große Dünenlandschaft an der polnischen Ostsee

Polnische Ostsee mit dem Camper: Unsere perfekte 3 Tages Route von Łeba bis Kolberg

Mit Vorfreude auf neue Geheimspots machten wir uns auf den Weg an die polnische Ostsee mit dem Camper. Wir hatten nur ein paar Tage Zeit dieses Land zu erkunden. Genau genommen nur 3.

Wir hatten schon viel gutes von der polnischen Ostsee, mit den breiten Stränden und günstigen Campingplätzen gehört und das diese im allgemeinen wohl schöner und weniger touristisch überlaufen sei als die Deutsche Ostsee. Deshalb entschieden wir uns für einen kleinen Roadtrip entlang der polnischen Ostsee mit dem Camper. So starteten wir in den direkten Vergleich, ein paar Tage entlang der polnischen Küste und anschließend an die deutsche Küste.

In diesem Artikel zeigen wir euch unsere Route, Fahrzeiten, Camping-Erfahrungen und Tipps für eure eigene Reise.

Hier gehts weiter zu allen Polen Artikel -> Polen – Ein unterschätztes Reiseland voller Natur und Küstenzauber


Unsere Route entlang der polnischen Ostsee im Überblick

Gestartet sind wir früh morgens im Spreewald und überquerten die Grenze bei Stettin Richtung Osten. Von dort an warteten noch 3,5h Fahrt und ca 300km auf uns, bis wir unser erstes Ziel Łeba erreichen sollten. Die E28 wurde zu unserer Zeit saniert, weshalb wir die ein oder andere Baustelle mitnehmen mussten, was die Fahrzeiten wesentlich verlangsamte. Mittlerweile sollte die Autobahn wieder frei sein (Stand 2026).

Das ist einer der Vorteile in Polen, die Bauarbeiten belaufen sich hier meist auf einen kurzen Zeitraum, auch wenn dann wirklich lange Streckenteile betroffen sind, sollten sie in der nächsten Saison beendet sein.

Wir verbrachten eine Nacht in Łeba um uns am nächsten Tag die Wanderdünen anzuschauen. Von dort ging es weiter Richtung Kolberg, wo wir bei Koszalin in Mielno auf einem Campingplatz übernachteten. Den nächsten Tag verbrachten wir in Kolberg, um anschließend in Swinemünde die Grenze nach Deutschland zurück zu überqueren.

👉 Sieh dir unsere Route auf der Karte an:

Warum sich ein Roadtrip an die polnische Ostsee mit dem Camper lohnt

Polen ist ein verhältnismäßig günstiges Reiseland. Beeindruckend sind die langen und sauberen Sandstrände, die entlang der gesamten Ostseeküste in Polen zu finden sind. Überfüllte Urlaubsorte sind abseits von Kolberg hier wenig zu finden. Zudem bestehen die Küstenabschnitte aus einer Mischung von Natur und Küstenstädten, wobei ersteres überwiegt. Überall kann man seine Ruhe finden um den Wellen der See zu lauschen und einfach mal abzuschalten. Auch wenn Polen seinen bestimten Ruf hat, haben wir uns nie unsicher gefühlt.

Camping & Stellplätze an der polnischen Ostsee

Wildcampen ist in Polen nicht erlaubt und auch auf diversen Apps werdet ihr fast keine geheimen Stellplätze finden. Das einzige was erlaubt bleibt ist das Biwaken, das heißt das Übernachten unter freiem Himmel.

Die Kosten für die Campingplätze belaufen sich auch nur auf meist bis zu 20€. Wir zahlten einmal 17€ und einmal 13€ für die Nacht, Duschen inkl. Weshalb wir hier getrost auf einem Campingplatz übernachten konnten ohne über zu hohe Preise enttäuscht zu werden. Unsere Campingplätze waren auch sauber und teilweise neu saniert, weshalb wir nur positive Erfahrungen damit machten. Ende September mussten wir nie vorbuchen und fanden immer einen Platz. Ein Campingplatz in Łeba war schon voll, aber nebenan gab es noch genug Platz.

👉 Hier findest du später genauere Infos zu unseren Campingplätzen


Erster Stopp: Łeba und die Wanderdünen

Das macht Łeba besonders

Geografie und Geschichte

Łeba ist eine Kleinstadt an der Küste im polnischen Pommern und ist abseits des Nationalparks ein ehemaliger Kurort und jetziger Badeort, zudem findet man an vielen Ecken Erinnerungen aus dem Zweiten Weltkrieg, da sich vor Ort die Raketenerprobungsstelle Rumbke befindet, wo zahlreiche Raketen getestet wurden oder auf dem Truppenübungsplatz verschiedenen Szenarien des Wüstenkrieges geprobt wurden.

Fauna

Während unserer Nacht auf dem Campingplatz konnten wir in der Ferne die Wölfe jaulen hören und viele hunderte Vogelarten sind hier ansässig.

Naturschutzgebiet

Der Slowinzische Nationalpark ist der Hauptgrund für die vielen Besucher. Er ist ein UNESCO-Biosphärenreservat und hier befindet sich die 5. größte Wanderdüne Europas die Lontzkedüne mit einer Höhe von 40m. Sie wandert jährlich bis zu 10m und verändert sich so ständig.

Wie viel Zeit sollte man einplanen?

Um die Wanderdünen-Landschaft ausgiebig zu erkunden, sollten man einen gesamten Vor-/Nachmittag einplanen. Die Wanderung beträgt ca. 8 km (inkl. Wanderdüne) und wir brauchten für die gesamte Tour knapp über 3h. (Rückweg mit der Bimmelbahn).

Unsere Eindrücke von Łeba

👉 kannst du später in einem seperaten Artikel lesen


Zweiter Stopp: Kolberg (Kołobrzeg)

Kolberg ist DAS Reiseziel aller deutschen Busfahrten, mit entsprechend vielen Touristen könnt ihr hier rechnen. Für uns war es nach den ruhigen Tagen ein kleiner Naturschock und wir versuchten die Zeit in Kolberg bestmöglichst zu genießen. Die Stadt ist bekannt für ihre Sol- und Kurbad, welches wir bei einem neuen Besuch gerne testen möchten.

Sehenswürdigkeiten in Kolberg

In der Stadt lassen sich viele süße Spots bei einem Spaziergang entdecken.

Schaut euch deswegen am besten nach folgenden Sehenswürdigkeiten um:

  • Hafen von Kolberg
  • Leuchtturm Kolberg
  • Altstadt
  • Strand
  • Seebrücke Kolberg / Mole
  • die verschiedenen Parks in der Stadt
  • Denkmal der Vermählung mit dem Meer
  • uvm.

Autofahren in Polen mit dem Camper

Straßen und Infrastruktur

Die Qualität der Straßen wurde in den letzten Jahren stark verbessert, jedoch merkt man sofort, wenn man abseits der Hauptverkehrsadern unterwegs ist, wie sehr ländlicher und maroder die Straßen werden. Polen ist dabei viele alten Straßen und Häuser zu sanieren, daher ist der Unterschied zwischen alt und neu, ziemlich deutlicher zu erkennen als in Deutschland und es fällt stark auf wo das Geld geflossen ist.

Je weiter östlich man kommt umso weniger lassen sich klassische Rastplätze finden, wir fuhren zudem auf sehr vielen Strecken eher Landstraßen und hielten dann an Supermärkten für eine Pause.

Zu unserer Zeit gab es auf den Autobahnen viele sehr lange Baustellen, die allerdings eher weniger zu Stau und mehr zu langsamen Fahrzeiten führte.

Tanken in Polen

Ja, der Sprit ist günstiger als der bei uns in Deutschland, jedoch sind die Zeiten mit übertrieben günstigen Preisen vorbei. Wer in Polen seinen Tank noch einmal voll machen möchte, sollte nicht in grenznähe sondern weiter im Landesinneren tanken, da die Preise normalerweise dort noch einmal abnehmen.

Parken an der Ostsee

Wir fanden immer kostengünstige Parkplätze, an den touristischen Orten gibt es oft ausgeschriebene Plätze, oder wir parkten wie in Kolberg in einer Nebenstraße in Strandnähe.

Fahrzeiten & Entfernungen unserer Route

StreckeEntfernungFahrzeit
Grenze A11 → Łeba311 km3h 20min
Łeba → Kolberg174 km2h 10min
Kolberg → Swinemünde E28/56162 km1h 37min
Kolberg → Swinemünde Landweg123 km2h

Tipps für einen Roadtrip durch Nordpolen

Um ein paar ruhige Tage genießen zu können, solltet ihr zudem die Hauptreisezeiten in den Sommerferien (besonders der Ostdeutschen Bundesländer) missen und lieber zwischen Mai-Juni oder ab Ende August verreißen.

Man kann an vielen touristischen Ecken mit Euro bezahlen, wir haben alles mit Kreditkarten bezahlen können, worauf man sich aber nicht verlassen sollte, besonders in dörflichen Regionen nicht. Fragt deswegen vor dem Essen ob eine Kreditkartenzahlung möglich ist.

Bleibt entspannt auf den Straßen, der Fahrstil vieler Polen ist deutlich rapider, als der den wir gewohnt sind. Verhaltet euch lieber defensiv und lasst den Dränglern den Vortritt, bevor ihr weitere Probleme bekommt.


Wie viele Tage sollte man für Nordpolen einplanen?

Für die wichtigsten Orten reichen 2-3 Tage, möchte man jedoch mehr von diesen naturbelassenen Küstenabschnitten erkunden, empfiehlt sich eine Reisezeit von 4-7 Tagen. Wir hatten nur 3 Tage und möchten das nächste mal gerne noch mehr entdecken. Würden es jedoch nicht ausschließen für ein verlängertes Wochenende spontan wieder vorbeizufahren.

Weitere Ausflugsziele an der polnischen Ostsee

Für einen erneuten Ausflug an die polnische Ostsee mit dem Camper haben wir uns diese Ziele notiert:

  • Nationalpark Wolin – Steilküste und Wisente
  • Danzig – historische Altstadt und Hafen
  • Hel – schmale Halbinsel mit schönen Stränden
  • andere ruhige Strände an kleineren Orten entlang der Ostsee

Fazit: Lohnt sich die polnische Ostsee mit dem Camper?

Für einen Ostseeurlaub mit dem Camper würden wir die polnische Ostsee der deutschen vorziehen, da es hier in den Nebensaisons ruhigere Strände, mehr Natur und zudem sauberere Strände gibt. Auf unseren Weiterreise nach Deutschland stellten wir fest wie schlimm der Algenbefall dieses Jahr (Sept. 2024) auf deutscher Seite war, wohingegen wir auf der polnischen rein garnichts davon bemerkten. Zudem sind die Strände oft breiter, wodurch sich die Menschen nicht wie Sardinien am Strand nebeneinander drehen müssen. Die Campingplätze lassen sich für einen kleinen Taler buchen, wobei mehr Geld für andere Unternehmungen übrig bleibt.

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