Manchmal braucht man keinen Flug, sondern nur frische Seeluft
Zu Kindheitszeiten war dieser Ort fast schon Routine.
Zu Jugendzeiten fast schon zu langweilig, wenn man doch lieber die ganze Welt sehen könnte.
Und danach. Kurz vergessen das es sie gibt. Unsere Ostsee, die doch nur ein paar Autostunden entfernt von zuhause liegt.
Die Gründe sprechen klar dafür, hier findet jeder echtes Meeresfeeling nur wenige Stunden vor der eigenen Haustür entfernt. So ist es perfekt für warme Sommerabende und durch die kurze An-/Abreise – ideal für eine 2-3 Tage Auszeit. Das Meer entschleunigte – ein Buch, Nichtstun und den Wellen lauschen. Und das beste, man benötigt kaum Planung vorneweg, um die paar Tage einfach zu genießen.
Unsere Storytime
So beschlossen wir eines warmen Sommerwochenendes, spontan an die Ostsee zu fahren. Eigentlich wollten wir in der Frühe Starten. Ein paar Tage zuvor hatten wir unseren VW Bus gekauft, bisher waren wir nur soweit, das wir die Sitze ausgebaut und eine Matratze besorgt hatten und viel mehr brauchten wir fürs erste nicht. Da es uns ohnehin schwer fällt, am Abend vor dem Urlaub ins Bett zu gehen, beschlossen wir kurzerhand noch am selben Abend zu starten. Vor uns lagen 5,5h Fahrt und ein klares Ziel:
Zum Sonnenaufgang am Meer zu stehen.








Die Fahrt an die Ostsee
Es war bereits um 11 und so packten wir schnell ein paar Badesachen und die restlichen wichtigen Dinge ein und fuhren los.
Mitte Juni war der Sonnenaufgang für 4:40 Uhr angesetzt und so hatten wir die Zeit im Nacken. Wir durften uns gerade einmal eine halbe Stunde Puffer für Pause, Stau oder Fahrerwechsel unterwegs leisten. Doch der Weg ist doch das Ziel, so heißt es jedenfalls immer.
.. Kurz nach Berlin, gegen halb 3 wurde es schon langsam hell am Horizont. Etwas was wir von zuhause nicht kannten und mit jedem Kilometer mehr freuten wir uns auf das Ziel: Warnemünde.
Schlafen konnten wir kaum noch, aber die Vorfreude auf den Sonnenaufgang und die mittlerweile nur noch 5 Minuten übrige Pausenzeit, ließen das Dopamin in unsere Körper schießen.
Kurz vor Warnemünde übersahen wir ein Schild und zack blitzte es Rot auf. Naja das war dann wohl das erste Bildchen für unseren Opi, lachten wir nur.
Pünktlich angekommen, einen schnellen Parkplatz gefunden rannten wir auf den Strand zu. Die Sonne begann gerade aufzusteigen, wir waren 3 Minuten zu spät, und dennoch rechtzeitig angekommen.
An dem großen Strand, wo sonst unzählige Touristen auf den Liegen lagen, waren nur eine handvoll Menschen unterwegs. Allein dafür hat es sich schon gelohnt. So genossen wir den Morgen am Strand, spazierten im Sand entlang und genossen die Stille, die nur von den Möwen und einer Fähre unterbrochen wurde.
Stellplatz an der Ostsee
Als die Müdigkeit größer wurden, suchten wir uns erstmal einen ruhigen Platz zum Schlafen. Frühstück bei Karls? wir schauten uns an und so wurde der Vormittagsstellplatz schnell gefunden.
Den restlichen Tag verbrachten wir mit einem Besuch bei Karls Erdbeerhof in Rövershagen, bevor wir zurück nach Warnemünde fuhren und uns ein schönes Plätzchen am Strand suchten.
Anfangs standen wir an einem Strandabschnitt der gemischt mit vielen FKK-Gästen war, das gute daran, war es hier nicht so überlaufen wie am Hauptstrand war. So suchten wir uns weiter hinten ein Plätzchen zum verweilen.
Gegen Abend besuchten wir noch die Stadt Kühlungsborn, wo gerade das Sommerfest stattfand und viele Menschen auf den Straßen unterwegs waren. Hier spontan einen Ort zum Essen zu finden, erwies sich als sehr schwierig. Alternativ hätten wir jedoch auch bei all den Essensständen auf der Straße etwas finden können. Zum Abschluss des Abends verweilten wir noch an der Promenade und genossen den Sonnenuntergang, zwischen all dem Trubel.
Nun mussten wir noch ein Plätzchen für die Nacht finden und entschieden uns für diesen Ort, er liegt westlich von Warnemünde in einem Wald gelegen. Tagsüber musste man hier Partickets lösen, und Nachts durfte man frei stehen. Mit uns waren noch ca. 6 weitere Camper auf diesem Platz, was jedoch durch die Größe kein Problem war und jede seine eigene Ecke finden konnte.
Am nächsten Morgen konnten wir so in der früh aufstehen und zum Strand laufen, noch bevor alle weiteren Badegäste anreisten. Dieser Platz war besonders schön, da man erst einige Meter durch den Wald laufen musste, bevor wir an dem ruhigen Strand ankamen. Der Weg lohnte sich in sich selbst schon für uns, weshalb wir eine klare Empfehlung für diesen Stellplatz aussprechen können.
Fazit des Kurzausflug an die Ostsee
Ja, es lohnt sich definitiv immer noch für 1-3 Tage ans Meer zu fahren. Diese Ruhe, die man an abgelegenen Orten findet, gemischt mit der Meeresbriese und dem Sand unter den Füßen, lässt sich eben mit nichts anderem Vergleichen. Selbst wenn die Anreise lang sein kann, löst der Blick aufs Meer alle Sorgen in uns wieder auf. Für ein paar Tage Ruhe gibt es nicht viele Orte, die dort mithalten können und uns den Alltagsstress so sehr aus dem Körper schwinden lassen, wie die Ostsee.


