Der Lauf um die Gurke

Jedes Jahr im April wird im Spreewald um die Gurke gelaufen.

Klingt verrückt? Ich erkläre es dir

Der Spreewaldmarathon setzt sich aus vielen verschiedenen Veranstaltungen zusammen. Es wird gelaufen, gepaddelt, Rad gefahren, gewalkt oder auch Inliner gefahren. Für jeden ist etwas dabei. Anfangs ist die Masse an Veranstaltungen an diesen 4 Tagen sehr überfordernd aber bei genauerem hinsehen versteht man schnell wie es gemeint ist. Gestartet wird entweder in Lübbenau oder in Burg, wo u.a. die ganzen Laufwettkämpfe von 5km bis Marathon Distanz stattfinden. Je nachdem welche Distanz oder Sportart man wählt, bekommt man am Ende eine der verschiedenfarbigen Gurkenmedaillen.

Wir waren dieses Jahr (2026) für die Halbmarathon-Distanz gemeldet und das war unsere Erfahrung:

Wir parkten ganz in der Nähe an der Ölmühle, wofür wir zuvor bei der Anmeldung einen Camperstellplatz mit buchten. Es gibt zudem noch weitere Stell- und Parkplätze auf 2 Feldern südlich von Burg. Unser Parkplatz war vom Start und Zielbereich nur etwa 5 Minuten entfernt, weshalb wir bereits am Abend einen kleinen Shakeoutrun zum Marktplatz und durch Burg machten und die Zeit nutzten unsere Startnummern abzuholen.

Dabei startete zeitgleich der 5km Nachtlauf, wo sich alle Teilnehmenden die Lila-Gurke verdienen konnten. Der Lauf an sich ist auch eine Erfahrung wert, denn viele Läufer oder auch Walker waren mit verschiedensten leuchtenden Armreifen und Neon-Knicklichtern unterwegs. Die Strecke verläuft durch Burg und zum Ende hin durch einen dunklen, aber beleuchteten Park hindurch, wobei alle Sportler im Anschluss mit einer Liveband für die letzten Meter motivierende Unterstützung bekamen. Für jeden der ins Ziel lief, schossen die Feuerwerks-Fontänen an den Seiten nach oben, was den Lauf perfekt abrunden lies.

Die Nacht war, abgesehen von einem bellenden Hund in der Ferne, recht ruhig. Jedoch konnten wir vor Aufregung kaum schlafen. Früh um 6 klingelte dann unser Wecker und die ersten Vögel zwitscherten schon draußen, sonst war es sehr ruhig. Dadurch konnten wir unser Frühstück mit dem Ausblick aufs Feld in aller Ruhe genießen.

Kurz nach 8 machten wir uns auf Richtung Marktplatz und wollten unterwegs noch eine Toilette aufsuchen. Trotz das die Veranstalter viele Möglichkeiten aufstellten, standen wir wohl in der falschen Schlange, es wurde immer später und wir überlegten ob wir es noch pünktlich zum Start schaffen würde.

Der Startschuss fiel pünktlich um 9, auch wir standen endlich zwischen all den Sportlern, wenn auch weiter hinten, die sich darauf freuten das es gleich los ging.

Da um 9 alle Distanzen gleichzeitig starten, d.h. 10km, Halbmarathon und Marathon, sowie alle Nordic Walker, war es sehr voll im Startbereich. Nach 6 Minuten durften nun auch wir die Startlinie überqueren und es ging endlich los.

Die ersten Kilometer waren ein endloser Schlängelinienlauf und man musste ebenso auf die Stöcke der Walker aufpassen, das man sie nicht zwischen die Beine bekam. Ich fand einige Läufer in meinem Tempo die ähnliche Schwierigkeiten hatten und so versuchten wir schließlich über den Fußweg und später auf dem Radweg, der neben der Straße verlief, langzulaufen. So konnten wir viele langsamere Sportler gut überholen, ohne andauernd ins Stoppen zu geraten. Nach und nach pegelte sich die Geschwindigkeit dann ein und als die 10km nach links abbogen, war es nur noch halb so viele Gedränge auf der Strecke.

Das Highlight dieses Marathons sind die Spreewaldgurken an den Verpflegungsstationen. Sie machen diesen Lauf einmalig und meiner Meinung nach gehören sie zu den besten Snacks während eines Rennens. Schon schade das man sie nirgends wo anders bekommt, da sie den Elektrolythaushalt gut stärken.

Der Lauf ging weiter auf Asphalt und kleineren Feldwegen zwischen all den Wiesen und Feldern, er gehört zu den landschaftlich schönsten Läufen Deutschlands und hat diesen Platz sehr gut verdient. Die einzigen Höhenmeter die wir unterwegs sammeln sind durch die Stufen der kleinen Brücken über die Kanäle zu finden.

Richtung Ziel gibt es dann auch wieder mehr Zuschauer, die einen über die letzten Kilometer tragen und die Stimmung anheben, wenn es wirklich schwer in den Beinen wird.

Noch eine letzte Rechts Kurve und schon konnte ich das Ziel in der Ferne erblicken und zu einem Zielsprint ansetzen. Zu meinem Nachteil täuscht die Entfernung des Ziels und so wurde es ein ziemlich langer Zielsprint in dem ich die Geschwindigkeit etwas überschätzte. Mit Maximalpuls lief ich also die letzten Meter und konnte schließlich die Ziellinie überqueren und die Silberne Gurke in Empfang nehmen.

Auch für die Zielverpflegung wurde gut gesorgt. Neben Kaffee, Alkoholfreiem Bier, süßem Tee, Broten, Kuchen, Joghurt, Obst, uvm. ist für jeden etwas gutes zu finden.

Alles in allem ist dieser Lauf auf jeden Fall weiter zu empfehlen. Wir werden in den nächsten Jahren wieder vorbeischauen um dann eine anders farbige Gurke zu erlaufen.


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